Therapiehunde im Alter

Was sind Therapiehunde – und was macht ihren Einsatz besonders?

Was einen echten Therapiebegleithund auszeichnet

Ein Therapiebegleithund ist ein speziell ausgebildeter und geprüfter Hund, der gemeinsam mit seiner Bezugsperson gezielt in tiergestützten Interventionen eingesetzt wird. Entscheidend ist daher nicht allein, dass ein Hund besonders freundlich oder menschenbezogen ist. Vielmehr müssen Hund und Hundeführer als Team für den jeweiligen Einsatz geeignet sein.

In Österreich spielen dabei unter anderem Gesundheit, Verhalten, Kontrollierbarkeit und das Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund eine wichtige Rolle. Ein professioneller Einsatz setzt außerdem voraus, dass der Hund mit unterschiedlichen Situationen und Menschen umgehen kann und sein Verhalten zuverlässig steuerbar ist.

Der Therapiehund ist dabei nicht „der Therapeut“. Er ist Teil eines geplanten pädagogischen, sozialen oder therapeutischen Angebots, das von entsprechend qualifizierten Personen gestaltet und begleitet wird.

Therapiehund, Assistenzhund und Besuchshund: Wo liegen die Unterschiede?

Therapiehunde, Assistenzhunde und Besuchshunde erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht synonym verwendet werden. Im Alltag werden die Begriffe allerdings häufig miteinander verwechselt.

Ein Therapiebegleithund wird gemeinsam mit seiner Bezugsperson bei geplanten tiergestützten Interventionen eingesetzt. Dabei kann er mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommen.

Ein Assistenzhund unterstützt hingegen einen bestimmten Menschen mit Behinderung im Alltag. Seine Aufgaben sind auf die individuellen Bedürfnisse dieser Person ausgerichtet. Für Assistenzhunde gelten zudem eigene rechtliche Rahmenbedingungen und besondere Zugangsrechte.

Ein Besuchshund steht vor allem für die soziale Begegnung mit Menschen. Ein Besuch kann beispielsweise in einer Senioren- oder Pflegeeinrichtung stattfinden. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass es sich um einen staatlich anerkannten Therapiebegleithund oder um eine therapeutische Intervention handelt.

Warum Ausbildung, Prüfung und Tierwohl unverzichtbar sind

Professionelle tiergestützte Arbeit funktioniert nur, wenn sowohl die Bedürfnisse des Menschen als auch das Wohl des Hundes geschützt werden. Ein freundliches Wesen allein reicht deshalb nicht aus, um einen Hund für regelmäßige Einsätze mit älteren Menschen geeignet zu machen.

Training und eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer bilden die Grundlage. Gleichzeitig muss der Einsatz so gestaltet sein, dass der Hund nicht überfordert wird. Dazu gehören ausreichend Pausen, eine angemessene Einsatzdauer und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.

Besonders wichtig ist es, Stresssignale des Tieres zu erkennen und ernst zu nehmen. Der Kontakt sollte außerdem nicht erzwungen werden.

Tiergestützte Angebote sind somit immer eine Begegnung zwischen Mensch und Tier, bei der auch das Tier selbst geschützt und respektiert werden muss.

Wie können Therapiehunde Seniorinnen und Senioren unterstützen?

Soziale Kontakte und emotionale Begegnungen fördern

Der Kontakt mit einem Therapiehund kann einen natürlichen Anlass für Nähe, Kommunikation und gemeinsames Erleben schaffen. Ein Hund bietet dabei einen unkomplizierten Gesprächsanlass und kann Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sonst vielleicht weniger miteinander interagieren.

Auch persönliche Erinnerungen können durch die Begegnung mit einem Tier angeregt werden. Wer früher selbst einen Hund hatte oder Tiere im eigenen Alltag erlebt hat, kann beispielsweise über frühere Erlebnisse erzählen. Gleichzeitig können gemeinsame Aktivitäten rund um den Hund Begegnungen zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern fördern.

Mögliche Impulse einer tiergestützten Begegnung sind:

  • Gespräche anregen
  • Erinnerungen hervorrufen
  • gemeinsame Aktivitäten ermöglichen
  • Kontakt zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern fördern
  • positive Aufmerksamkeit schaffen
  • emotionale Nähe ermöglichen

Dabei ist die individuelle Reaktion entscheidend. Nicht jeder Mensch empfindet die Begegnung mit einem Hund als angenehm. Deshalb sollte immer die persönliche Vorliebe der jeweiligen Person im Mittelpunkt stehen.

Bewegung, Wahrnehmung und Alltagsaktivierung anregen

Tiergestützte Begegnungen können körperliche und geistige Aktivität auf spielerische Weise in den Alltag integrieren. Dabei muss es nicht immer ein Spaziergang sein. Auch kleine Tätigkeiten im direkten Kontakt mit dem Tier können Aufmerksamkeit und Bewegung anregen.

Je nach Mobilität und persönlicher Situation können Seniorinnen und Senioren beispielsweise den Hund streicheln oder bürsten, ihm ein Leckerli geben oder einfache Kommandos ausführen. Auch kurze gemeinsame Wege können Teil einer Begegnung sein.

Mögliche Aktivitäten sind:

  • den Hund streicheln oder bürsten
  • kleine Gegenstände reichen
  • einfache Kommandos geben
  • kurze Spaziergänge unternehmen
  • beobachten und wahrnehmen
  • Erinnerungs- und Gesprächsimpulse aufgreifen

Welche Aktivität geeignet ist, sollte immer an die Mobilität, gesundheitliche Situation und persönlichen Wünsche angepasst werden. Auch eine ruhige Begegnung kann wertvoll sein. Nicht jede tiergestützte Aktivität muss mit Bewegung verbunden sein.

Welche Rolle Therapiehunde bei Menschen mit Demenz spielen können

Auch bei Menschen mit Demenz können Therapiehunde als ergänzender Bestandteil aktivierender und psychosozialer Angebote eingesetzt werden. Vertraute Sinneseindrücke, Berührung und die unmittelbare Interaktion mit einem Tier können dabei einen niedrigschwelligen Zugang zu Aktivität und Kommunikation schaffen.

Dabei sollte nicht der Eindruck entstehen, ein Therapiehund könne eine Demenzerkrankung behandeln oder deren Verlauf verbessern. Die wissenschaftlichen Ergebnisse zu einzelnen Wirkungen tiergestützter Interventionen unterscheiden sich je nach Zielsetzung und Untersuchung.

Vor allem die individuelle Reaktion der Person ist entscheidend. Manche Menschen genießen den Kontakt mit Hunden, andere fühlen sich dadurch unsicher oder unwohl. Deshalb sollte jede Begegnung freiwillig erfolgen und an die jeweilige Person angepasst werden.

Worauf kommt es beim Einsatz von Therapiehunden in Seniorenheimen an?

Freiwilligkeit, Ängste und individuelle Bedürfnisse respektieren

Tiergestützte Angebote sind nur dann sinnvoll, wenn die Begegnung für die beteiligte Person freiwillig und angenehm ist. Ein Therapiehund sollte daher niemals automatisch allen Bewohnerinnen und Bewohnern vorgestellt werden.

Menschen haben sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Hunden. Manche sind mit Haustieren aufgewachsen und freuen sich über den Kontakt, andere haben Angst vor Hunden oder möchten grundsätzlich keinen Kontakt. Auch Allergien und persönliche, kulturelle oder religiöse Vorstellungen können eine Rolle spielen.

Auch während der Begegnung sollte die Selbstbestimmung erhalten bleiben. Niemand muss einen Hund streicheln oder an einer Aktivität teilnehmen. Ebenso braucht der Hund jederzeit die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.

Hygiene, Sicherheit und ein klarer organisatorischer Rahmen

Ein professioneller Therapiehunde-Einsatz benötigt klare Regeln für Hygiene, Sicherheit und Verantwortlichkeiten. Dabei geht es nicht darum, Begegnungen unnötig kompliziert zu machen, sondern einen verlässlichen Rahmen für Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende und Hund zu schaffen.

Dazu gehören beispielsweise die gesundheitliche Kontrolle des Hundes, geeignete Einsatzbereiche und klare Absprachen darüber, wer für die Durchführung verantwortlich ist. Auch die Handhygiene und eine passende Gestaltung der Kontaktformen sollten berücksichtigt werden.

Wichtige organisatorische Punkte sind:

  • Gesundheitskontrollen des Hundes
  • geregelte Einsatzbereiche
  • Handhygiene
  • geeignete Kontaktformen
  • klare Verantwortlichkeiten
  • Rückzugsmöglichkeiten
  • Berücksichtigung besonderer gesundheitlicher Risiken

So lässt sich eine tiergestützte Aktivität in den Alltag einer Einrichtung integrieren, ohne die Bedürfnisse einzelner Bewohnerinnen und Bewohner oder des Tieres aus den Augen zu verlieren.

Therapiehunde als Ergänzung eines umfassenden Betreuungskonzepts

Der größte Mehrwert entsteht, wenn tiergestützte Angebote sinnvoll in ein breiteres Aktivierungs- und Betreuungskonzept eingebettet sind. Ein Therapiehund sollte daher nicht als isoliertes Event betrachtet werden, sondern kann bestehende Angebote rund um Bewegung, soziale Betreuung und Beschäftigung ergänzen.

Mögliche Verbindungen bestehen beispielsweise zu:

  • sozialer Betreuung
  • Aktivierungsprogrammen
  • Bewegungsangeboten
  • Biografiearbeit
  • gemeinsamen Gruppenaktivitäten
  • individueller Beschäftigung

Dabei bleibt die fachliche Einordnung wichtig: Therapiehunde ersetzen weder Pflegefachkräfte noch medizinische oder psychologische Maßnahmen. Sie können vielmehr eine zusätzliche Form der Begegnung und Aktivierung darstellen.

Therapiehunde und tierfreundliches Seniorenwohnen in der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein

Therapiehund Caruso als Teil der Geschichte der Seniorenresidenz

Tiergestützte Begegnungen haben in der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein bereits eine dokumentierte Geschichte. 

Therapiehund Caruso war über längere Zeit Teil des Lebens in der Seniorenresidenz und begegnete den Bewohnerinnen und Bewohnern im Rahmen gemeinsamer Aktivitäten. Damit steht seine Geschichte beispielhaft für die besondere Bedeutung, die Begegnungen mit Tieren für manche Menschen im Alltag einer Seniorenresidenz haben können. Auch heute gibt es tierische Unterstützung: Elliot und Quincy besuchen die Seniorenresidenz regelmäßig und sorgen für erhöhtes Wohlbefinden und soziale Aktivierung bei den Bewohner:innen.

Haustiere willkommen: Warum Tiernähe auch beim betreuten Wohnen relevant ist

Tierfreundlichkeit kann für Seniorinnen und Senioren ein wichtiger Bestandteil eines vertrauten und selbstbestimmten Wohnumfelds sein. Wer über viele Jahre mit einem Haustier gelebt hat, verbindet damit häufig feste Routinen und persönliche Erinnerungen.

Ein Umzug in eine Seniorenresidenz muss deshalb nicht automatisch bedeuten, das eigene Tier zurückzulassen. In der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein sind Haustiere beim betreuten Wohnen grundsätzlich willkommen.

Das kann für Bewohnerinnen und Bewohner unter anderem bedeuten:

  • vertraute Alltagsroutinen beibehalten
  • die persönliche Bindung zum eigenen Tier erhalten
  • Verantwortung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten weiterführen
  • eine vertraute Wohnatmosphäre schaffen

Betreuung, Aktivitäten und persönliche Besichtigung im Schloss Liechtenstein

Entscheidend für Lebensqualität im Alter ist nicht ein einzelnes Angebot, sondern das Zusammenspiel aus Wohnen, Betreuung, Aktivität und persönlicher Atmosphäre. Die Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein verbindet unterschiedliche Wohn- und Betreuungsformen mit Möglichkeiten für einen individuell gestalteten Alltag.

Dazu gehören unter anderem:

  • betreutes Wohnen im Appartement
  • Tagesstätte und Tagesbetreuung
  • private Pflege
  • geförderte Pflege
  • gemeinsame Aktivitäten
  • individuelle Zusatzelistungen
  • barrierefreie Wohnmöglichkeiten

Auch die persönliche Atmosphäre und der Umgang mit individuellen Wünschen spielen eine wichtige Rolle. Wer sich für ein Leben in der Seniorenresidenz interessiert, kann sich bei einer Besichtigung ein eigenes Bild von den Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten machen.

Dabei kann auch konkret erfragt werden, welche tiergestützten Aktivitäten oder Therapiehunde-Besuche aktuell angeboten werden.

FAQ-Bereich

Was ist ein Therapiehund?

Ein Therapiehund beziehungsweise Therapiebegleithund ist ein speziell ausgebildeter und geprüfter Hund, der gemeinsam mit seiner Bezugsperson gezielt bei tiergestützten Interventionen eingesetzt wird. Dabei ist nicht nur das Verhalten des Hundes entscheidend, sondern auch das Zusammenspiel zwischen Hund und Hundeführer.

Der Einsatz kann beispielsweise soziale Interaktion, Kommunikation, Aktivierung oder bestimmte therapeutische Angebote ergänzen. Ein Therapiehund ersetzt jedoch keine medizinische, psychologische oder pflegerische Behandlung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Therapiehund und einem Assistenzhund?

Ein Assistenzhund unterstützt einen bestimmten Menschen mit Behinderung im Alltag und übernimmt dabei individuell auf diese Person abgestimmte Aufgaben. Therapiebegleithunde werden hingegen gemeinsam mit ihrer Bezugsperson bei geplanten tiergestützten Interventionen mit unterschiedlichen Menschen eingesetzt.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Einsatzbereiche unterscheiden sich. Ein Therapiehund ist daher nicht automatisch ein Assistenzhund und umgekehrt.

Welche Vorteile können Therapiehunde für ältere Menschen haben?

Therapiehunde können Begegnungen ermöglichen, die soziale Interaktion, Kommunikation und Aktivierung anregen. Je nach persönlicher Situation können beispielsweise Gespräche entstehen, Erinnerungen aufgegriffen oder kleine Bewegungs- und Beschäftigungsangebote gestaltet werden.

Auch emotionale Begegnungen können eine Rolle spielen. Die Wirkung ist jedoch individuell und sollte nicht als garantiertes gesundheitliches Ergebnis verstanden werden. Therapiehunde sind eine ergänzende Möglichkeit innerhalb eines umfassenderen Betreuungs- und Aktivierungskonzepts.

Sind Therapiehunde auch für Menschen mit Demenz geeignet?

Grundsätzlich können Menschen mit Demenz von individuell gestalteten tiergestützten Angeboten profitieren. Begegnungen mit einem Hund können beispielsweise Aufmerksamkeit, Kommunikation, soziale Interaktion oder biografische Erinnerungen anregen.

Entscheidend ist jedoch immer die individuelle Reaktion. Ängste, persönliche Vorlieben, gesundheitliche Aspekte und die jeweilige Situation müssen berücksichtigt werden. Ein Therapiehund ist dabei eine ergänzende Maßnahme und keine Behandlung der Demenzerkrankung.

Gibt es Therapiehunde in der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein?

Ja. Die Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein blickt auf eine lange Geschichte mit Therapiehunden zurück. Über viele Jahre sorgte Hund Caruso bei Bewohnerinnen und Bewohnern für viele schöne Begegnungen.

Auch heute bekommen die Bewohner:innen tierischen Besuch: Die beiden Hunde Quincy und Elliot kommen regelmäßig in die Seniorenresidenz und bringen mit ihrer freundlichen Art Abwechslung und Freude in den Alltag. Die Begegnungen finden dabei ganz selbstverständlich und auf freiwilliger Basis statt – wer den Kontakt zu den Hunden genießen möchte, kann sich über ihre Besuche freuen.

 

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