Was ist Wundmanagement und warum geht es um mehr als einen Verbandwechsel?
Was professionelles Wundmanagement eigentlich bedeutet
Professionelles Wundmanagement umfasst die systematische Beurteilung, Versorgung und Verlaufskontrolle einer Wunde sowie die Berücksichtigung und Behandlung relevanter Ursachen. Es geht also um deutlich mehr als darum, eine Wunde mit einem Verband abzudecken.
Zu Beginn wird die Wunde möglichst genau beurteilt. Dabei spielen beispielsweise ihre Art, Ursache, Größe und ihr aktueller Zustand eine Rolle. Die Beobachtungen werden dokumentiert und bei den folgenden Kontrollen miteinander verglichen. So lässt sich nachvollziehen, wie sich die Wunde entwickelt.
Je nach Wundsituation können unterschiedliche Maßnahmen der Versorgung notwendig sein. Auch Schmerzen und die Haut in der unmittelbaren Umgebung werden berücksichtigt.
Zum professionellen Wundmanagement gehören unter anderem:
- Erfassung von Art und Ursache der Wunde
- strukturierte Dokumentation des Wundzustands
- fachgerechte Reinigung
- Auswahl einer geeigneten Wundauflage
- Berücksichtigung von Schmerzen
- regelmäßige Kontrolle des Heilungsverlaufs
- Berücksichtigung und Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen
Gerade bei chronischen Wunden reicht es häufig nicht aus, ausschließlich die sichtbare Hautverletzung zu versorgen. Entscheidend ist auch die Frage, warum die Wunde entstanden ist und weshalb sie nicht ausreichend abheilt.
Wann spricht man von einer chronischen Wunde?
Von einer chronischen Wunde spricht man, wenn eine Wunde trotz Behandlung über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend abheilt. Für Österreich kann dabei eine Wunde, die nach etwa acht Wochen nicht abgeheilt ist, als Orientierung für die Bezeichnung „chronisch“ herangezogen werden. Die konkrete medizinische Einordnung erfolgt jedoch immer individuell.
Bei chronischen Wunden können unterschiedliche Ursachen und Risikofaktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise Durchblutungsstörungen, Diabetes oder eine länger andauernde Druckbelastung.
Typische Beispiele für chronische Wunden sind:
- Druckgeschwüre beziehungsweise Dekubitus
- venös bedingte Unterschenkelgeschwüre
- arterielle Wunden
- das diabetische Fußsyndrom
- schlecht heilende postoperative oder traumatische Wunden
Eine Wunde, die ungewöhnlich lange besteht, wiederholt auftritt oder sich nicht wie erwartet entwickelt, sollte professionell beurteilt werden. Eine frühzeitige Abklärung kann helfen, mögliche Ursachen zu erkennen und die weitere Versorgung entsprechend auszurichten.
Warum die Ursache der Wunde für die Behandlung entscheidend ist
Eine Wunde kann langfristig nur erfolgreich versorgt werden, wenn neben der Hautverletzung auch ihre Ursache berücksichtigt wird. Gerade bei chronischen Wunden ist die Wunde selbst häufig nur ein sichtbares Zeichen eines tieferliegenden Problems.
Ein reiner Verbandwechsel kann deshalb unter Umständen nicht ausreichen. Wenn beispielsweise eine Durchblutungsstörung, Diabetes oder eine anhaltende Druckbelastung zur Entstehung oder verzögerten Heilung beiträgt, müssen diese Faktoren ebenfalls berücksichtigt werden.
Mögliche Einflussfaktoren sind unter anderem:
- Diabetes mellitus
- venöse Erkrankungen
- arterielle Durchblutungsstörungen
- eingeschränkte Mobilität und Druckbelastung
- Infektionen
- der allgemeine Gesundheits- und Ernährungszustand
Professionelles Wundmanagement betrachtet die Wunde daher nicht isoliert. Ziel ist es, die lokale Versorgung mit der medizinischen Abklärung und Behandlung möglicher zugrunde liegender Faktoren zu verbinden.
Warum ist professionelles Wundmanagement im höheren Lebensalter besonders wichtig?
Welche Faktoren die Wundheilung im Alter erschweren können
Im höheren Lebensalter können mehrere gesundheitliche und körperliche Faktoren gleichzeitig Einfluss auf die Wundheilung nehmen. Das bedeutet nicht, dass höheres Alter automatisch zu einer schlechten Wundheilung führt. Vielmehr können verschiedene Faktoren zusammenkommen, die den Heilungsprozess erschweren.
Dazu können beispielsweise eine empfindlichere Haut, eingeschränkte Mobilität oder Durchblutungsstörungen gehören. Auch Diabetes und mehrere gleichzeitig bestehende Erkrankungen können die Versorgung einer Wunde komplexer machen. Bestimmte Medikamente sowie eine reduzierte Flüssigkeits- oder Nahrungsaufnahme können ebenfalls berücksichtigt werden müssen.
Deshalb ist bei der Wundversorgung im Alter häufig eine ganzheitliche Betrachtung sinnvoll. Nicht nur die Wunde selbst, sondern auch der allgemeine Gesundheitszustand und die individuellen Lebensumstände sollten in die Versorgung einbezogen werden.
Eine professionelle Wundversorgung berücksichtigt diese unterschiedlichen Faktoren und kann dadurch besser auf die jeweilige Situation abgestimmt werden.
Dekubitus und Druckstellen frühzeitig vermeiden
Druckgeschwüre lassen sich häufig besser verhindern als behandeln. Ein Dekubitus entsteht durch eine länger anhaltende Druckbelastung, durch die Haut und darunterliegendes Gewebe geschädigt werden können. Besonders gefährdet sind Menschen, deren Beweglichkeit eingeschränkt ist und die ihre Körperposition nicht oder nur schwer selbstständig verändern können.
Deshalb spielt die Prävention eine wichtige Rolle. Gefährdete Hautbereiche sollten regelmäßig beobachtet und mögliche Druckbelastungen frühzeitig erkannt werden.
Zur Vorbeugung können – abhängig von der individuellen Situation – unter anderem folgende Aspekte eine Rolle spielen:
- regelmäßige Beurteilung gefährdeter Hautstellen
- individuelle Druckentlastung
- geeignete Lagerung
- Förderung der individuell möglichen Mobilität
- angepasste Hilfsmittel
- sorgfältige Hautpflege
- besonders aufmerksame Beobachtung bei eingeschränkter Wahrnehmung
Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Gesundheitszustand und der Mobilität ab. Eine professionelle Einschätzung ist daher besonders wichtig.
Warum Ernährung, Bewegung und allgemeine Gesundheit ebenfalls eine Rolle spielen
Eine gute Wundversorgung betrachtet nicht nur die Wunde, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand des Menschen. Für die Wundheilung benötigt der Körper unter anderem ausreichend Energie und Nährstoffe. Auch eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung und die individuell mögliche Bewegung können eine Rolle spielen.
Bei älteren Menschen sollte deshalb beispielsweise darauf geachtet werden, ob ausreichend gegessen und getrunken wird, sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht. Ebenso können Mobilität und die Behandlung von Begleiterkrankungen für den weiteren Verlauf relevant sein.
Welche Unterstützung tatsächlich erforderlich ist, hängt immer von der individuellen Situation ab. Konkrete Maßnahmen sollten deshalb mit den zuständigen medizinischen und pflegerischen Fachpersonen abgestimmt werden.
Wie läuft professionelles Wundmanagement in der Praxis ab?
Wundbeurteilung und Dokumentation als Grundlage der Versorgung
Eine strukturierte Wundbeurteilung schafft die Grundlage für eine nachvollziehbare und individuell angepasste Versorgung. Medizinisches oder entsprechend geschultes Pflegepersonal berücksichtigt dabei verschiedene Merkmale der Wunde und dokumentiert Veränderungen über den weiteren Verlauf.
Dazu können unter anderem folgende Aspekte gehören:
- Lage der Wunde
- Größe und Tiefe
- Zustand des Wundgrundes
- Wundrand und umgebende Haut
- Wundsekret
- Schmerzen
- mögliche Anzeichen von Komplikationen
- Veränderungen im Verlauf mehrerer Kontrollen
Die regelmäßige Dokumentation ist besonders bei länger bestehenden Wunden wichtig. Sie macht Veränderungen sichtbar und ermöglicht es den behandelnden Fachpersonen, die weitere Versorgung auf Basis des bisherigen Verlaufs zu beurteilen.
Für Betroffene und Angehörige kann eine strukturierte Dokumentation außerdem nachvollziehbarer machen, wie sich die Wunde entwickelt und welche Fachpersonen an der Versorgung beteiligt sind.
Reinigung, Verbandwechsel und geeignete Wundauflagen
Wundreinigung und Verbandversorgung müssen an den aktuellen Zustand der Wunde angepasst werden. Es gibt daher nicht den einen optimalen Verband, der für jede Wunde und jede Phase der Wundheilung geeignet ist.
Bei der Auswahl einer Wundauflage können beispielsweise die Wundart, die Heilungsphase und die Menge des vorhandenen Wundsekrets berücksichtigt werden. Auch der Schutz der Wundumgebung und ein möglichst schonender Verbandwechsel spielen eine Rolle.
Eine professionelle Versorgung kann unter anderem folgende Aspekte umfassen:
- fachgerechte Wundreinigung
- Schutz der Wundumgebung
- Unterstützung eines geeigneten feuchten Wundmilieus
- Aufnahme überschüssiger Flüssigkeit
- Schutz vor äußeren Einflüssen
- möglichst schonender Verbandwechsel
- regelmäßige Neubewertung der Wundsituation
Insbesondere bei chronischen Wunden sollten Verbandwechsel durch entsprechend qualifiziertes Personal erfolgen. Welche Versorgung notwendig ist, sollte immer auf Basis der individuellen Wundsituation entschieden werden.
Professionelle Pflege und Wundversorgung in der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein
Wie professionelle Pflege bei komplexerem Unterstützungsbedarf helfen kann
Bei komplexerem Pflegebedarf ist eine verlässliche und kontinuierliche pflegerische Betreuung besonders wichtig. In der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein steht rund um die Uhr Pflege- und Dienstleistungspersonal zur Verfügung. Die Unterstützung kann dabei individuell an den jeweiligen Bedarf angepasst werden.
Im Alltag kann professionelle Pflege unter anderem bei persönlichen und alltäglichen Aufgaben unterstützen und gesundheitliche Veränderungen aufmerksam beobachten. Bei bestehenden Erkrankungen oder besonderen Versorgungserfordernissen ist die Abstimmung mit behandelnden Fachpersonen ein wichtiger Bestandteil der Betreuung. Auch eine Wundmanagerin steht in der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein für die professionelle Versorgung und Begleitung bei Wunden zur Verfügung.
Gerade bei chronischen oder komplexeren Wunden ist eine strukturierte Beurteilung, regelmäßige Verlaufskontrolle und fachgerechte Versorgung wichtig. Die Wundmanagerin kann dabei die pflegerische Versorgung fachlich begleiten und gemeinsam mit dem Pflegeteam sowie den behandelnden Ärztinnen und Ärzten auf die individuelle Situation eingehen.
So wird Wundmanagement in der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein in die kontinuierliche Pflege und Betreuung integriert. Welche konkrete Versorgung und Unterstützung im Einzelfall erforderlich ist, wird individuell anhand des Pflegebedarfs und der jeweiligen medizinischen Situation besprochen.
Kurzzeit-, Übergangs- und Langzeitpflege bei unterschiedlichem Pflegebedarf
Der notwendige Pflegeumfang kann sich im Verlauf einer Erkrankung oder nach einem Krankenhausaufenthalt deutlich verändern. Gerade in solchen Situationen können unterschiedliche Pflegeformen für Seniorinnen und Senioren sowie ihre Angehörigen relevant sein.
In der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein stehen verschiedene Pflegeangebote zur Verfügung. Dazu gehören im Bereich der geförderten Pflege unter anderem:
- Kurzzeitpflege
- Übergangspflege
- Langzeitpflege
- Betreutes Wohnen
- Flexible Tagesbetreuung
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer privaten Kurz- und Langzeitpflege.
Diese unterschiedlichen Formen können beispielsweise dann relevant sein, wenn nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend mehr Unterstützung benötigt wird oder dauerhaft ein höherer Pflegebedarf besteht.
Persönlichen Pflegebedarf bei einer Besichtigung individuell besprechen
Jede Pflegesituation ist anders – insbesondere bei chronischen oder komplexeren Wunden. Deshalb sieht sich das Team der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein den individuellen Pflege- und Versorgungsbedarf gerne persönlich an und bespricht gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen, welche Unterstützung im jeweiligen Fall möglich ist.
Bei einem persönlichen Gespräch können unter anderem die bestehende Wundsituation, der aktuelle Pflegebedarf und ärztliche Vorgaben besprochen werden. Auch Fragen zur Betreuung, Verpflegung, Aktivitäts- und Zusatzangeboten können direkt geklärt werden.
Eine Besichtigung bietet dabei die Möglichkeit, sich nicht nur ein Bild von der Seniorenresidenz und dem Pflegeangebot zu machen, sondern auch die persönliche Situation in Ruhe mit dem Team zu besprechen.
Die Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein bietet kostenlose und unverbindliche Besichtigungen an. Wir laden Sie herzlich ein, Ihre individuelle Situation mit dem Team zu besprechen und gemeinsam zu klären, welche Form der Betreuung und Pflege passend sein kann. Kontaktieren Sie uns jederzeit gerne unter office@srsl.at oder bei einem Telefongespräch +43 (0) 2236 89 29 00.
FAQ-Bereich
Was versteht man unter Wundmanagement?
Wundmanagement bezeichnet einen strukturierten Prozess rund um die Versorgung einer Wunde. Dazu gehören die Beurteilung der Wunde, ihre fachgerechte Versorgung, die Dokumentation und regelmäßige Verlaufskontrolle sowie die Berücksichtigung möglicher Ursachen.
Gerade bei chronischen Wunden ist es wichtig, nicht nur die sichtbare Hautverletzung zu betrachten. Auch zugrunde liegende Erkrankungen oder andere Faktoren können die Wundheilung beeinflussen.
Bei chronischen, schlecht heilenden oder komplexen Wunden sollte die Versorgung durch entsprechend qualifizierte medizinische beziehungsweise pflegerische Fachpersonen erfolgen.
Wann gilt eine Wunde als chronisch?
Für Österreich kann eine Wunde, die nach etwa acht Wochen nicht abgeheilt ist, als Orientierung für die Bezeichnung „chronisch“ gelten. Die genaue medizinische Einordnung hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab.
Eine länger bestehende oder schlecht heilende Wunde sollte professionell beurteilt werden. Besonders bei bestehenden Grunderkrankungen oder möglichen Komplikationen ist eine medizinische Abklärung wichtig.
Welche Wunden benötigen professionelles Wundmanagement?
Professionelle Wundversorgung kann insbesondere bei chronischen, schlecht heilenden, komplexen oder infizierten Wunden erforderlich sein. Auch Wunden, die im Zusammenhang mit relevanten Grunderkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen stehen, sollten fachlich beurteilt werden.
Dazu können beispielsweise Dekubitus, venöse oder arterielle Wunden, das diabetische Fußsyndrom oder schlecht heilende postoperative Wunden gehören.
Ob und welche Form der Versorgung notwendig ist, lässt sich nicht allein anhand einzelner Symptome beurteilen. Die Wundsituation sollte durch medizinisches beziehungsweise qualifiziertes Pflegepersonal eingeschätzt werden.
Kann man chronischen Wunden vorbeugen?
Nicht jede chronische Wunde lässt sich verhindern. Das Risiko kann jedoch in vielen Fällen reduziert werden, wenn mögliche Risikofaktoren frühzeitig berücksichtigt werden.
Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem die Behandlung bestehender Grunderkrankungen, sorgfältige Hautpflege, die Vermeidung beziehungsweise Entlastung länger anhaltender Druckbelastung und die Förderung der individuell möglichen Mobilität.
Auch eine ausreichende Ernährung und Flüssigkeitsversorgung können, sofern medizinisch erlaubt, Teil einer ganzheitlichen Vorsorge sein.
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Gesundheitszustand und den individuellen Risikofaktoren ab und sollte bei erhöhtem Risiko mit den zuständigen Fachpersonen besprochen werden.
Bietet die Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein Wundmanagement an?
Ja. In der Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein steht eine eigene Wundmanagerin für die professionelle Versorgung und Begleitung bei Wunden zur Verfügung. Sie unterstützt bei der fachgerechten Beurteilung und Versorgung von Wunden und begleitet den Heilungsverlauf in Abstimmung mit dem Pflege- und Betreuungsteam.
Darüber hinaus bietet die Seniorenresidenz Schloss Liechtenstein professionelle private und geförderte Pflege, Kurzzeit-, Übergangs- und Langzeitpflege sowie rund um die Uhr verfügbare Pflege und Betreuung.
Bei bestehenden chronischen oder komplexeren Wunden kann die individuelle Situation bereits vor einer Aufnahme persönlich besprochen werden. Gemeinsam mit dem Team lässt sich klären, welcher Pflege- und Versorgungsbedarf besteht und wie die Wundversorgung in den individuellen Betreuungsalltag integriert werden kann.